6.
März 2013
Athen, Athener Gewerbekammer

Gesundheit in der Krise in Griechenland, Deutschland und Europa

Ein linker Blick auf die Entwicklungen und die Perspektiven des Gesundheitswesens in Griechenland, Deutschland und Europa
Poster: 

Die von der Troika diktierte Austeritätspolitik in Griechenland betrifft auch das griechische Gesundheitssystem: Einerseits steigt die Zahl derjenigen, die überhaupt nicht mehr krankenversichert sind, weil sie mit dem Auslaufen der Arbeitslosenunterstützung nach nur einem Jahr auch ihre Krankenversicherung verlieren. Andererseits ist der auf Troika-Diktat geschaffene neue Versicherungsträger EOPYY chronisch unterfinanziert. Dieser politisch offenbar gewollte Zustand führt u.a. dazu, dass Medikamente häufig nur gegen Bargeld ausgegeben werden, was Menschen mit niedrigen Einkommen und/oder schweren oder chronischen Krankheiten in verzweifelte Situation bringt – ihnen wird faktisch die Behandlung verwehrt.

In dieser Situation hat Anfang 2012 das deutsche Gesundheitsministerium die Rolle des „Domain Leaders“ für Reformen im griechischen Gesundheitssystem übernommen. Da Deutschland die Austeritätspolitik der Troika zentral mitverantwortet und das Gesundheitsministerium FDP-geführt ist, kann kaum eine Verbesserung der Situation erwartet werden.

Die Podiumsdiskussion diente, neben dem grundsätzlichen Austausch über die gesundheitspolitische Entwicklung auf europäischer Ebene, auch der Information der Menschen in Griechenland darüber, was gesundheitspolitisch von deutscher Seite zu erwarten bzw. zu befürchten ist. Das Wissen über das Engagement des deutschen Gesundheitsministeriums in Griechenland ist bisher kaum bekannt, spielt aber für die Entwicklung des griechischen Gesundheitssystems eine bedeutende Rolle. Die Veranstaltung zielte dazu, dieses Wissen in Griechenland zu verbreitern.

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