Neonazismus
30
März 2019
Goethe-Institut Thessaloniki, Vassilissis Olgas 66

Die Rückkehr der faschistischen Bedrohung

Rechtsextreme und rassistische Gewalt in Griechenland und Deutschland

Die Terrororganisation NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) hat im Zeitraum zwischen 2000 und 2007 eine Reihe von 10 rassitisch motivierten Morden in Deutschland begangen. Ab 2013 bis Juli 2018 fand das Gerichtsverfahren gegen überlebende Mitglieder der Organisation und einige ihrer Mittäter statt. Antifaschistische Organisationen, Familienangehörige der Opfer aber auch Medien und die öffentliche Meinung in Deutschland haben die Gerichtsurteile als enttäuschend kritisiert.

In Griechenland steht seit 2015 die Goldene Morgenröte vor Gericht in einem Mammutprozess, in dem nicht nur die Schuldigen aufgrund ihrer Straftaten verurteilt werden sollen, sondern auch -und das ist das wichtigste- untersucht werden soll, ob die Goldene Morgenröte als kriminelle Organisation agiert, besonders da sie seit 2010 ihre Schlägertrupps benutzt, um Migrant*innen, Flüchtlinge, Linke und LQBTQI Personen zu schlagen, zu töten und zu terrorisieren.

In einem politischen Kontext, in dem der kontinuierliche Aufstieg der extremen Rechte sich auch an ihrer Beteiligung an mehreren Regierungen in Europa zeigt und die rechtsextreme Rhetorik die politische Auseinandersetzung immer mehr nach rechts rückt, stellt die strafrechtliche Verfolgung von extremrechten Organisationen ein Mittel ihrer Bekämpfung dar. Wie steht es aber mit ihrem zunehmenden Einfluss auf die Gesellschaft? Wie können wir der Wiederbelebung der faschistischen Bedrohung entgegenwirken und weitere Mordattacken, wie die der NSU, der Goldenen Morgenröte aber auch die von Utoya, von Charlottesville oder neulich von Christchurch und viele anderen vermeiden?

Die Veranstaltung (Filmvorführung und Podiumsdiskussion) ist eine Kooperation des griechischen Büros der Rosa Luxemburg Stiftung mit der Abteilung für Deutsche Sprache und Philologie der Aristoteles Universität Thessaloniki und dem Goethe-Institut Thessaloniki.

Das Event beginnt um 18:00 Uhr mit der Vorführung des Films

NSU-die Täter

mit griechischen Untertiteln des KinoKlubs der Abteilung für Deutsche Sprache und Philologie, Aristoteles Universität Thessaloniki.

Um 20:00 Uhr folgt die Podiumsdiskussion mit:

Ulli Jentsch, NSU Watch

Ayşe Güleç, Die Gesellschaft der Freund_innen von Halit

Stavroula Poulimeni, Journalistin

Loukianos Chasiotis, Assist. Professor für zeitgenössische Geschichte, Abteilung für Geschichte und Archäologie, Aristoteles Universität Thessaloniki

Die Diskussion wird von Anthi Wiedenmayer moderiert, Assist. Professor für Translationswissenschaft, Abteilung für Deutsche Sprache und Philologie, Aristoteles Universität Thessaloniki.

Eintritt frei.

Die Diskussion wird simultan gedolmetscht (griechisch-deutsch).


BÜRO GRIECHENLAND
Kallidromiou Str. 17, GR 10680, Athen

 

RLS BERLIN
Franz-Mehring-Platz 1, DE-10243, Berlin
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