Auswirkungen der Krise

Die Halbstarken von Athen

Fünf Jahre Euro-Krise - Irrtümer, Interessen und Profiteure
10.2015
Autor 
Stephan Kaufmann

Ergänzte und aktualisierte Weiterführung der luxemburg argumente Nr. 2 «‹Schummel-Griechen machen unseren Euro kaputt.› Beliebte Irrtümer in der Schuldenkrise».

Fünf Jahre «Griechenland-Rettung»: Im Frühjahr 2010 bewahrten die EU-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) die griechische Regierung vor der Zahlungsunfähigkeit. Fünf Jahre und zwei Kreditprogramme später ist Griechenlands Wirtschaft ruiniert, die Bevölkerung verarmt und der Staat weiter zahlungsunfähig. In Athen ist seit Januar 2015 eine neue Regierung an der Macht, die sich gegen die Auflagen der Gläubigerinstitutionen wehrt. Die Kreditgeber – EU-Staaten und IWF – dagegen bestehen darauf, dass Griechenland die vereinbarten Auflagen einhält und weiter eisern spart. In den Gläubigerländern wird darüber gestritten, ob Griechenland weitere Kredite überhaupt verdient, ob sie nötig sind und wer dafür zahlen soll. In Deutschland herrscht die Meinung vor, Griechenland sei selbst schuld an seinem Elend: Erst habe sich das Land in die Euro-Zone gemogelt, dann habe die Regierung zu viel ausgegeben, und überhaupt hätten die Regierten zu wenig gearbeitet.

Genährt werden solche latent nationalistischen Deutungsmuster von deutschen Politikern und den Medien, die entsprechende «Lösungen» der Krise vorschlagen: Die Griechen müssten mehr sparen, mehr arbeiten und ihr öffentliches Eigentum verkaufen – und wenn das alles nichts hilft, müsse Griechenland eben raus aus der Euro-Zone. Das Dumme daran: Weder sind die genannten Ursachen der Krise zutreffend noch die Auswege zielführend.

Die vorliegende Broschüre widmet sich im ersten Teil der Lage seit dem Regierungsantritt von Syriza. Hier soll geklärt werden, was das Linksbündnis will, warum die Bundesregierung sich dagegen wehrt und wer welche Machtmittel auf seiner Seite hat. Im zweiten Teil wird ein Blick zurück auf die Ursachen der Griechenland- und Euro-Krise geworfen. Anhand der Kritik gängiger Mythen soll widerlegt werden, dass die «faulen» und «gierigen» Griechen selbst an der Misere schuld sind. Im dritten Teil schließlich wird anhand der «Euro-Rettung» das Programm skizziert, mit dem die Euro-Zone stabilisiert und in ein «Paradies der Gläubiger» (Mark Blyth) verwandelt werden soll.

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